Grüße 2012

 

 

Crottendorfer Anzeiger 2012
Liebe Leit, of daare Walt
kriegt mor gar nischt uhne Gald.
Drim, is interessiert wuhl jeden,
wolln mor übers Gald heit reden.
Fang mor mol vun vorne a,
kaum denkt do noch aaner dra
un is itze wuhl verwunnert:
Mitte Nennzaahntes Gahrhunnert
wur mit „Thaler“ noch bezohlt.
Daar war später überholt.
Überol in alle Kassen
(bei uns warn dos kaane Massen),
kunnt mor Mark und Neigrosch saah,
Pfeng und Fünfer freilich aah.
Lange Zeit war alles klar,
aber in de Zwanzgergahr
ließ daar Galdwaart, welche Plog,
sachte arscht, dann gaahling nooch.
Aah bei uns, iech hobs gelaasen,
sei de Preise huch gewaasen:
Azüg kame, dos war stark,
hunnertdressigtausend Mark!
Über Nacht, waar hätts gedacht,
wur de „Rentenmark“ gemacht.
Hattste e Billion in Haus,
wur do aabn e Mark bluß draus.
„Reichsmark“ hieß vun do dor Titel
in dan neie Galdkapitel.
Kaaner hatt dorvu racht viel,
doch de Preise bliebn stabil.
Mannichn fiels Bezohln do schwaar,
weil de Haushaltskasse laar,
also habn mir ageschriebn,
fünfmarkweis wursch eigetriebn.
Wie dor Krieg dann alle war,
wur of aamol jeden klar:
Wos nützt Gald, namm morsch aah zamm,
wenn mor nischt ze assen habn.
Arbit gobs domols in Massen.
Iech kahs heit noch gar net fassen,
wos mir Schneider Tog un Nacht
for de Russen habn gemacht.
Gald war kaa Problem for die
und vergassen waar ich nie
wie e Russ sei Rachning sooch
un erstaunt dann gleich dornooch
freegt: „Bloß hundert Mark?“ verwundert,
„Warum schreiben nicht dreihundert?“
Fix hot Vater reagiert
und de Rachning korrigiert.
Naabnhaar war de Frahd oft gruß,
weil de Russen uns net bluß
Arbit un Verdienst eibrachten,
sondern aah ans Assen dachten.
Brot un Butter, tute Hosen,
paar Zigarrn un in ’ner losen
Unterhus bracht aaner fei
weißes Maahl zur Warkstatt rei!
Doch is „Alliiertengald“
gobs när kurz of daare Walt.
Gleich dornooch, du lieber Schrack,
war is ganze Gald fei wag.
Viele Gahr musst mor sich aabn
dann mit Alu-Chips ogaabn.
Doch is hatt sich schnell erwiesen:
Wichtiger warn de Devisen
un su gobs ze daare Zeit
manchmol Westmark bei de Leit.
Dodormiet kunnt mor dann laafen
un in „Intershop“ wos kaafen.
Noch dor Wende, in Juli,
war de Frahd su gruß wie nie:
Endlich D-Mark of dor Bank!
Leider ging dos aah net lang.
Wieder wur is Gald getauscht,
2:1, wos net berauscht.
Un schie bald, do hieß dor EURO
bei de Leit när noch dor TEURO.
Alles habn mor überwunden,
trei gebliebn sei uns de Kunden
un bezohln wies immer war,
meestens machen s’ is in bar.
Manche überweisen aah,
Schecks sei aah manchmol ze saah.
Raten kriegt, war se garn hätt,
bluß dos aane gibt’s fei net:
Lesst de Galdkart när dorham,
weil mir kaa setts Kastl habn!
Doch kummt trotzdam , su möcht’s sei,
garn in unnre Schneiderei!